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<title>Langbogen</title>
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<p>Der <b>Langbogen</b> ist eine Abschussvorrichtung für <a href="Pfeil_(Geschoss)" title="Pfeil (Geschoss)">Pfeile</a>. Er stellt eine historische Form des <a href="Bogen_(Waffe)" title="Bogen (Waffe)">Bogens</a> dar. Der Begriff <i>Langbogen</i> dient als Oberbegriff für alle einfachen, stabförmig geformten Bogen mit profiliertem Querschnitt; Bogen mit rechteckigen Wurfarm-Querschnitten werden als Flachbogen bezeichnet, die seit der <a href="Mittelsteinzeit" title="Mittelsteinzeit">Mittelsteinzeit</a> in Europa archäologisch nachgewiesen sind. Häufig anzutreffen sind hybride Bauformen, die bekannteste ist der „<a href="Holmegaard_Kommune" title="Holmegaard Kommune">Holmegaard</a>“-Typ, dessen Wurfarme flach aus dem Griff bis in ca. 2/3-Länge verlaufen und sich ab dort aus einer beidseitig abgesetzten Schulter in einem hochovalen Querschnitt bis zu den Enden („Tips“) entwickeln.
Der Langbogen ist – ebenso wie alle anderen Bogen – nach dem deutschen <a href="Waffengesetz_(Deutschland)" title="Waffengesetz (Deutschland)">Waffengesetz</a> keine <a href="Schusswaffe" title="Schusswaffe">Schusswaffe</a>.
</p><p>Als <b>Englischer Langbogen</b> wird der meist aus <a href="Europ%C3%A4ische_Eibe" title="Europäische Eibe">Eibe</a> oder <a href="Ulme" class="mw-redirect" title="Ulme">Ulme</a> hergestellte Stabbogentyp des <a href="Sp%C3%A4tmittelalter" title="Spätmittelalter">Spätmittelalters</a> bezeichnet, der vor allem durch den massenhaften Einsatz in spätmittelalterlichen Schlachten bekannt wurde.
</p><p>Zur Unterscheidung des Langbogens von anderen Bogenarten müssen insbesondere zwei Kriterien erfüllt sein: Die Länge entspricht etwa der Größe des <a href="Bogensch%C3%BCtze" title="Bogenschütze">Bogenschützen</a> und die <a href="Bogensehne" title="Bogensehne">Bogensehne</a> berührt den Langbogen nur an den Sehnenaufhängungen (den „Tips“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Bogen_(Waffe)#Geschichte_des_Bogens" title="Bogen (Waffe)">Bogen: Geschichte des Bogens</a></i></div>
<p>Die ältesten erhaltenen Bogenfragmente stammen aus dem <a href="Mesolithikum" class="mw-redirect" title="Mesolithikum">Mesolithikum</a> und sind bis zu etwa 10.000 Jahre alt. Der älteste Bogen, der bislang auf <a href="England" title="England">englischem Gebiet</a> gefunden wurde, datiert auf 2690 v. Chr. und wurde in Meare Heath in <a href="Somerset" title="Somerset">Somerset</a> gefunden.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es gibt nur spärliche Quellen über die Entwicklung des Englischen Langbogens. Als König <a href="Vortigern" title="Vortigern">Vortigern</a> im Jahr 449 das heutige <a href="Wales" title="Wales">Wales</a> überfiel, tauchte der Bogen auf den <a href="Britische_Inseln" title="Britische Inseln">Britischen Inseln</a> auf. Die <a href="Waliser" title="Waliser">Waliser</a> waren von dieser Waffe augenscheinlich so beeindruckt, dass sie die nach dem Abzug verbliebenen Exemplare studierten und sich so von den <a href="Wikinger" title="Wikinger">Wikingern</a> in der Kunst des Bogenschießens unterweisen ließen. Schnell erreichten sie eine Fertigkeit, die es ihnen erlaubte, sich gegen den südlichen Nachbarn nicht nur zur Wehr zu setzen, sondern ihn gelegentlich auch anzugreifen und aus dem eigenen Land zu vertreiben. Zahlreiche Schlachten später hatten sich die Waliser so weit in der Kunst des Bogenschießens geübt, dass sie zur nationalen Waffe wurden und einige Jahrhunderte lang entscheidend für den Verlauf von Schlachten wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Englischer_Langbogen">Englischer Langbogen</h2></div>
<p>Als englischer Langbogen werden in der Regel Langbogen vom Typ <i>Mary Rose</i> bezeichnet. Diese bestehen aus Eibenholz, sind über 1,80 m lang und haben einen tiefen D-Querschnitt, also einen runden Bauch. Daneben gibt es den späteren viktorianischen englischen Langbogen mit weniger tiefem Querschnitt und einem flachen Bauch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Herstellung">Herstellung</h3></div>
<p>Im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> wurden Langbogen zumeist aus <a href="Europ%C3%A4ische_Eibe" title="Europäische Eibe">Eibenholz</a> hergestellt. Dazu wurden Stämme (seltener Äste) in Längsrichtung gespalten. Beim Abziehen der Außenseite (vom Schützen abgewandte Seite: „Rücken“) ist darauf zu achten, dass über die gesamte Bogenlänge derselbe <a href="Jahresring" title="Jahresring">Jahresring</a> die Außenfläche bildet, da sonst der Bogen zwischen den Jahresringen zum Aufreißen tendiert. Anschließend wird die dem Schützen zugewandte und aus <a href="Kernholz" title="Kernholz">Kernholz</a> bestehende „Bauchseite“ vorsichtig ausgedünnt („<a href="Tiller" title="Tiller">getillert</a>“), bis sich eine gleichmäßige Biegung der Wurfarme ergibt.
</p><p>Eibenrohlinge in Mitteleuropa stammten in erster Linie aus <a href="S%C3%BCddeutschland" title="Süddeutschland">Süddeutschland</a> und <a href="Oberitalien" title="Oberitalien">Norditalien</a>. Wegen der großen Nachfrage wurde die Eibe rücksichtslos abgeholzt, so dass sie in der freien Natur in Europa relativ selten wurde. Heute steht sie unter <a href="Naturschutz" title="Naturschutz">Naturschutz</a> und ist fast ausschließlich noch in Parks und auf Friedhöfen anzutreffen. Außerdem wurden <a href="Eschen_(Pflanzengattung)" title="Eschen (Pflanzengattung)">Esche</a> und <a href="Ulme" class="mw-redirect" title="Ulme">Ulme</a> verarbeitet. <a href="Hasel_(Botanik)" class="mw-redirect" title="Hasel (Botanik)">Hasel</a> wurde, obwohl zum Bogenbau geeignet, aufgrund seiner schwächeren Wurfeigenschaften selten verwendet. Im Fundkatalog der mittelalterlichen Stadt <a href="Haithabu" title="Haithabu">Haithabu</a> bei Schleswig sind Bogen aus Eibe, Esche und Ulme abgebildet. Ein <a href="Indien" title="Indien">indischer</a> Langbogen bestand meist aus <a href="Bambus" title="Bambus">Bambus</a>, welcher manchmal mit <a href="Metall" class="mw-redirect" title="Metall">Metall</a> verstärkt wurde.
</p><p>Der Querschnitt des Englischen Langbogens weist ein schmales D-Profil auf. Er besteht bauchseitig und zum großen Teil aus druckstabilem Kernholz, während der Bogenrücken aus zugstabilem <a href="Splintholz" title="Splintholz">Splintholz</a> besteht. Ein D-förmig profilierter Bogen stellt hohe Anforderungen an die Druckfestigkeit des Holzes, denen nur ausgesuchte Holzsorten und -qualitäten gerecht werden. Abhilfe schafft hier eine Änderung des Querschnittdesigns hin zu flacheren und breiteren, eher rechteckig anmutenden Wurfarmen, die neben der höheren Belastbarkeit auch ein angenehmeres Schießverhalten aufgrund deutlich reduzierten Handschocks aufweisen. Diese Form wird heute im englischen Sprachraum „<a href="Amerikanischer_Flachbogen" title="Amerikanischer Flachbogen">Amerikanischer Flachbogen</a>“ genannt, auch wenn der Flachbogen während der Mittel- und <a href="Jungsteinzeit" title="Jungsteinzeit">Jungsteinzeit</a> ebenso ein Standardtyp in Europa war.
</p><p>Weitere hervorragende Bogenhölzer zum Langbogenbau – die vor allem heute verwendet werden – sind „Osage Orange“ (<a href="Maclura" title="Maclura">Maclura</a>) und <a href="Gew%C3%B6hnliche_Robinie" title="Gewöhnliche Robinie">Robinie</a>. Die Robinie wurde erst um 1630 aus Nordamerika nach Europa eingeführt. Während aus <i>Osage Orange</i> sehr gute Langbogen gebaut werden können, eignet sich Robinienholz aufgrund seiner Härte vor allem für Flachbogen. Des Weiteren zu nennen wären Ulme, aus deren Holz schon der älteste (mittelsteinzeitliche) Flachbogen von Holmegaard (Dänemark) gebaut wurde, sowie <a href="Ahorne" title="Ahorne">Ahorn</a>, <a href="Eberesche" class="mw-redirect" title="Eberesche">Eberesche</a> und andere Hölzer.
</p><p>Die <a href="Bogensehne" title="Bogensehne">Bogensehne</a> überträgt die Energie des Bogenstabs auf den Pfeil. Bei mittelalterlichen Langbogen bestand sie aus <a href="Lein" title="Lein">Lein</a> oder Fasern der <a href="Brennnessel" class="mw-redirect" title="Brennnessel">Brennnessel</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stärke"><span id="St.C3.A4rke"></span>Stärke</h3></div>
<p>Es gibt Belege für extrem zugstarke Bogen, so zum Beispiel der Fund einer Kriegsspitze im hölzernen Dach eines Turms des <a href="Tower_of_London" title="Tower of London">Towers of London</a>, dessen Eindringtiefe sich nur mit einem Bogen von mehr als 120 <a href="Pfund" title="Pfund">Englischen Pfund</a> erklären lässt. Ein weiteres Indiz für Zuggewichte über 100 Pfund (entspricht etwa 45 kg) geben die Bogenfunde des 1545 gesunkenen Schiffswracks <a href="Mary_Rose" title="Mary Rose">Mary Rose</a>. Deformationen bei Skelettfunden englischer Langbogenschützen im Bereich der Schulterachse beweisen körperliche Verschleißerscheinungen aufgrund der hohen Zuggewichte, die im Schnitt um 80 Englische Pfund (entspricht etwa 36 kg) Zuggewicht gelegen haben.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Versuche mit Nachbauten historischer Bogenfunde haben sogar noch höhere Werte ergeben. Die Zuggewichte lagen weit über denen der beim heutigen Schießen genutzten Blankbogen. Ziel war die möglichst hohe Durchschlagskraft schwerer <a href="Pfeil_(Geschoss)" title="Pfeil (Geschoss)">Pfeile</a>. <a href="Kettenr%C3%BCstung" title="Kettenrüstung">Kettenrüstungen</a> und <a href="Plattenr%C3%BCstung" class="mw-redirect" title="Plattenrüstung">Plattenrüstungen</a>, aber auch Eichenplatten von etwa 2,5 cm Dicke können Berichten zufolge von Langbogenpfeilen durchschlagen werden. So berichtet <a href="Giraldus_Cambrensis" class="mw-redirect" title="Giraldus Cambrensis">Gerald de Barri</a> von der Schlacht um das <a href="Abergavenny_Castle" title="Abergavenny Castle">Abergavenny Castle</a> 1182, bei der zwei flüchtende Soldaten von walisischen Bogenschützen beschossen wurden, dass deren Pfeile das 10 cm dicke Schlosstor aus massiver Eiche so weit durchdrangen, dass die Pfeilspitzen auf der anderen Seite herausragten. Wie schnell die damaligen Pfeile waren, lässt sich heute nur aufgrund ungenauer Reproduktionen von Funden erahnen, doch ergaben diese eine Geschwindigkeit von etwa 140–150 feet per second (die damals wie heute gebräuchliche Geschwindigkeitsangabe), was 154 bis 166 km/h entspricht. Dieser Wert erscheint nicht zuletzt aufgrund der gemessenen Pfeilgeschwindigkeiten heutiger Vollholzbogen plausibel.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kriegseinsatz">Kriegseinsatz</h3></div>
<p>Langbogenschützen waren hoch spezialisierte Einheiten mit hohem Ausbildungsaufwand. Ausgebildete Langbogenschützen konnten bis zu zehn Pfeile pro Minute über Reichweiten von bis zu 200 m abschießen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dabei wurde vermutlich mehr Wert auf die Menge als auf die Genauigkeit gelegt, da in einer Schlacht wohl eher Gebiete beschossen wurden als Einzelziele. 1.000 Schützen konnten so in der Minute 500 kg <a href="Pfeil_(Geschoss)" title="Pfeil (Geschoss)">Pfeile</a> verschießen. Dieser immense Verbrauch hielt einen ganzen „Industriezweig“ am Leben, von dem viele Berufsstände existierten: nicht nur die Bogenbauer (bowyer) und Pfeilmacher (arrowsmith, fletcher), sondern auch Schmiede, Seilereien (stringer, stringfellow), Holzhändler, Fuhrbetriebe etc. Einige dieser Berufsbezeichnungen leben noch heute als englische Familiennamen weiter.
</p><p>Der Einsatz englischer und walisischer Langbogenschützen im Verbund mit abgesessenen Rittern oder die Nutzung von Pfählen als Deckung entschieden die Schlachten von <a href="Schlacht_von_Cr%C3%A9cy" class="mw-redirect" title="Schlacht von Crécy">Crécy</a> 1346 und <a href="Schlacht_von_Azincourt" title="Schlacht von Azincourt">Azincourt</a> 1415 mit. In nahezu allen entscheidenden Schlachten des <a href="Hundertj%C3%A4hriger_Krieg" title="Hundertjähriger Krieg">Hundertjährigen Krieges</a> unterlag das <a href="K%C3%B6nigreich_Frankreich_(987%E2%80%931792)" class="mw-redirect" title="Königreich Frankreich (987–1792)">französische</a> Heer, da dieses auf veraltete Taktik mit dem Schwergewicht auf den Rittern setzte. Weitere entscheidende Schlachten prägten das Bild des heutigen <a href="Europa" title="Europa">Europas</a> maßgeblich. So die <a href="Schlacht_von_Aljubarrota" title="Schlacht von Aljubarrota">Schlacht von Aljubarrota</a> am 14. August 1385, als nach Unabhängigkeit strebende <a href="K%C3%B6nigreich_Portugal" title="Königreich Portugal">portugiesische</a> Truppen, verstärkt durch einige englische Langbogenschützen, das zahlenmäßig deutlich überlegene <a href="K%C3%B6nigreich_Kastilien" title="Königreich Kastilien">kastilische</a> Invasionsheer unter Johann I. vernichtend schlugen und so die Unabhängigkeit Portugals herbeiführten.
</p><p>Einige Kritiker halten zeitgenössische Berichte über die Vorzüge des Langbogens für stark übertrieben. Der Langbogen wurde seit dem späten 15. Jahrhundert von <a href="Feuerwaffe" title="Feuerwaffe">Feuerwaffen</a> wie der <a href="Arkebuse" title="Arkebuse">Arkebuse</a> verdrängt, die eine größere Durchschlagskraft entwickelten. Langbogen besaßen zwar eine größere Schussfolge und waren weniger feuchtigkeitsempfindlich als Feuerwaffen, doch war die Ausbildung eines Arkebusiers deutlich weniger zeitaufwendig. Falls man also nicht auf fertig ausgebildete Bogenschützen zurückgreifen konnte, wie es den Engländern mit den walisischen Bogenschützen gelang, waren Bogenschützen nicht mehr wirtschaftlich effizient. Außerdem wurden die Plattenrüstungen in der beginnenden <a href="Fr%C3%BChe_Neuzeit" title="Frühe Neuzeit">Frühen Neuzeit</a> immer massiver, weil sie leichter mit Hilfe eines Arkebusenschusses oder seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vor allem durch einen <a href="Muskete" title="Muskete">Musketenschuss</a> durchschlagen werden konnten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erhaltene_Langbogen_und_Pfeile">Erhaltene Langbogen und Pfeile</h3></div>
<p>Lagerten im Jahre 1523 einem Bericht zufolge allein im <a href="Tower_of_London" title="Tower of London">Tower von London</a> 11.000 Bogen, 6.000 Bogenstäbe, 384.000 Pfeile und 86.400 Bogensehnen, so waren bis 1982 nur noch eine Handvoll Bogen erhalten geblieben.
</p><p>Aus dem Wrack der 1545 gesunkenen und 1982 gehobenen <a href="Mary_Rose" title="Mary Rose">Mary Rose</a>, eines <a href="Kriegsschiff" title="Kriegsschiff">Kriegsschiffs</a> Henrys VIII., wurden schließlich mehr als 3500 konservierte frühneuzeitliche Pfeile (überwiegend aus <a href="Pappel" class="mw-redirect" title="Pappel">Pappelholz</a>) sowie 137 gänzlich erhaltene Langbogen geborgen. Die Bogen sind in hervorragendem Zustand, so dass sie die Hauptquelle zur Erforschung des Englischen Langbogens stellen. Ihre Länge bewegt sich zwischen 1,87 und 2,11 Metern, wobei die Durchschnittsgröße 1,98 Meter beträgt.
</p><p>Zwei Bogen wurden bereits 1836 von John Deane aus der Mary Rose geborgen und befinden sich heute ebenfalls im Londoner Tower. Neben den Bogen der Mary Rose sind weltweit nur drei weitere Exemplare <i>Englischer Langbogen</i> bekannt, die seit dem Spätmittelalter bzw. der frühen Neuzeit erhalten geblieben sind<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>:
</p>
<ul><li>Der erste stammt aus der <a href="Schlacht_von_Hedgeley_Moor" title="Schlacht von Hedgeley Moor">Schlacht von Hedgeley Moor</a> (1464) während der <a href="Rosenkriege" title="Rosenkriege">Rosenkriege</a>. Das Exemplar ist heute in Privatbesitz des jeweiligen <a href="Duke_of_Northumberland" title="Duke of Northumberland">Duke of Northumberland</a> und befindet sich auf Schloss <a href="Alnwick_Castle" title="Alnwick Castle">Alnwick Castle</a>.</li>
<li>Der zweite stammt aus der <a href="Schlacht_von_Flodden_Field" title="Schlacht von Flodden Field">Schlacht von Flodden Field</a> (1513) und hing im Hauptquartier der <i>Royal Scottish Archers</i> in <a href="Edinburgh" title="Edinburgh">Edinburgh</a>.</li>
<li>Der dritte noch erhaltene Langbogen stammt aus der Waffenkammer der Kirche des Dorfes Mendlesham in <a href="Suffolk" title="Suffolk">Suffolk</a>. Er wird in die Zeit von <a href="Heinrich_VIII._(England)" title="Heinrich VIII. (England)">Henry VIII.</a> oder Königin <a href="Elisabeth_I." title="Elisabeth I.">Elisabeth I.</a> datiert.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Japanischer_Langbogen">Japanischer Langbogen</h2></div>
<p>Aus Japan ist eine Variante des Langbogens bekannt, der <a href="Yumi" title="Yumi">Yumi</a> (auch 大弓, <i>daikyū</i>, wörtlich ‚Großbogen‘) genannt wird. Sie gelten als die längsten weltweit bekannten Bögen.<sup id="cite_ref-Nr.1_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Nr.1-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für den Yumi wird ein Holzkern mit mehreren Bambusschichten verleimt, danach lackiert und teilweise mit Rattan umwickelt. Typisch für diesen Langbogen ist seine asymmetrische Form, wodurch sich diese Langbogen auch vom Pferderücken aus einsetzen ließen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Longbows?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Langbogen</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Langbogen" class="extiw external" title="wikt:Langbogen">Wiktionary: Langbogen</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20011214201744/http://www.maryrose.org:80/ship/bows1.htm">Mary Rose Trust, Informationen zu erhaltenen mittelalterlichen Langbogen, englisch</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 14. Dezember 2001 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kriegsreisende.de/renaissance/bogen.htm">Die englischen Bogenschützen – Legenden um eine „Wunderwaffe“ auf kriegsreisende.de</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681469.html">Sieg der Schwachen. Langbogenschützen entschieden im Jahre 1415 die legendäre Schlacht von Azincourt</a> (SPIEGEL Online über Erkenntnisse zur Bauart der Langbogen von Azincourt)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>The Traditional Bowyers Bible Volume 1</i>. 1992 The Lyons Press. ISBN 1-58574-085-3.</li>
<li><i>Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 1</i>. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2003, ISBN 978-3-9808743-2-8.</li>
<li><i>The Traditional Bowyers Bible Volume 2</i>. 1992 The Lyons Press. ISBN 1-58574-086-1.</li>
<li><i>Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 2</i>. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2004, ISBN 3-9808743-5-4.</li>
<li><i>The Traditional Bowyers Bible Volume 3</i>. 1994 The Lyons Press. ISBN 1-58574-087-X.</li>
<li><i>Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 3</i>. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2005, ISBN 978-3-9808743-9-7.</li>
<li><i>The Traditional Bowyers Bible Volume 4</i>. 2008 The Lyons Press. ISBN 978-0-9645741-6-8.</li>
<li><i>Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 4</i>. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2008, ISBN 978-3-938921-07-4.</li>
<li>Robert Hardy: <i>Longbow: A social and military history</i>. Lyons and Burford 1993, gebundene Ausgabe, 246 Seiten, ISBN 1-55821-235-3.</li>
<li>Hagen Seehase, Ralf Krekeler: <i>Der gefiederte Tod. Die Geschichte des englischen Langbogens in den Kriegen des Mittelalters</i>. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-6-2.</li>
<li><i>Das Bogenbauer-Buch. Europäischer Bogenbau von der Steinzeit bis heute</i>. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-7-0.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">J.G.D. Clark: <i>Neolithic Bows From Somerset, England, and the Prehistory of Archery in North-West Europe</i>. Proceedings of the Prehistoric Society XXIX, 1963, S. 50–98.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.myarmoury.com/mobile/thread.php?topic_id=8233&&start=30">Imperial College of Science and Technology re the estimated draw weights of English Longbows from the Mary Rose and other sources</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Strickland, Matthew; Hardy, Robert (2005). <i>The Great Warbow: From Hastings to the Mary Rose.</i> Sutton Publishing. ISBN 0-7509-3167-1.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert E. Kaiser: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20080423044120/http://margo.student.utwente.nl/sagi/artikel/longbow/longbow.html"><i>The Medieval English Longbow</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 23. April 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) Journal of the Society of Archer-Antiquaries, Volume 23, 1980.</span>
</li>
<li id="cite_note-Nr.1-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Nr.1_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20171017223426/https://www.prm.ox.ac.uk/sites/default/files/imported/basic/pdf/arms.pdf">Helen Adams: <i>JAPANESE ARMS AND ARMOUR</i>, „Japanese Archery“, Pitt Rivers Museum, 2007 (PDF; 356 MB)</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 17. Oktober 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
</li>
</ol>
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